Robodonien
19/07/2011Fährt man mit der S-Bahnlinie 12 vom Köln Hauptbahnhof in Richtung Düren passiert man unmittelbar nach der Station Köln-Ehrenfeld zwei Etablissements, die weit über die Grenzen der Domstadt hinaus bekannt sind. Das eine, ein grobschlächtiger Betonklotz, großflächig mit der Reklame eines unterdurchschnittlichen Vodkas beklebt, ist das größte Bordell Europas. Das Pascha war schon Hauptdarsteller in so mancher RTL II, VOX oder Kabel 1 Dokumentation und genießt demzufolge eine gewisse nationale Berühmtheit.
Auf der anderen Straßenseite liegt das andere Etablissement. Wobei der Name „Etablissement“ hier in die Irre führt, zu schmierig ist er allgemein konnotiert. Es handelt sich um einen eigenen Staat mitten in der Hauptstadt des Karnevals. Das Odonien bezeichnet sich selbst als Kunst-und Kulturfreistaat und ist somit in etwa der Vatikan der kreativen Szene Kölns. Das Gelände als Schrottplatz zu bezeichnen ist nicht verkehrt, soviel Rost und abgeblätterte Farbe gibt es in Köln sonst nur auf den Autofriedhöfen. Jedoch nutzt der Hausherr des Geländes, Otto Rumpf, die gefundenen Industrieteile um die kuriosesten Skulpturen und Installationen aus ihnen zu formen.
Für das Wochenende vom 10-12. September 2011 hat sich Rumpf nun gleichgesinnte Künstler aus ganz Europa eingeladen, den Freistaat Odonien mit ihrer Anwesenheit zu beehren und noch ein wenig ausgefallener als sonst zu gestalten. Das dritte Robodonien Festival steht in diesem Jahr ganz im Zeichen von Feuer und Chemoakustik. Die geladenen Künstler werden dem geneigten Publikum eine Vielzahl von kinetischen Blechkonstruktionen vorführen, Feuer und Eisshows versprechen das ohnehin schon mythische anmutende Odonien in einen märchenhaft spektakulären Ort zu verwandeln. Die Türen öffnen sich am Freitag um 19, am Samstag um 17 und am Sonntag bereits um 12 Uhr. Freitag und Samstag werden ab 22.30 Uhr erlesene DJ Crews an den Turn Tables stehen und die Nacht zum Tage machen.





