Der Film ‘Lollipop Monster’

18/10/2011

Berlinale, Foto: ice91prinzeugen_flickr

Berlinale, Foto: ice91prinzeugen_flickr

Auf der Berlinale wurde er als Anti-Berliner-Schule-Film gefeiert, ab dem 25. August läuft er in deutschen Kinos: Wer sich den 96-minütigen Mädchenfilm “Lollipop Monster” aus der Feder von Ziska Riemann noch nicht angeschaut hat, sollte das dringend nachholen  -  auch Vertreter des männlichen Geschlechts. Riemann sollte dem ein oder anderen bereits ein Begriff sein, sie ist für die beliebten Ziska & Seyfried – Comics verantwortlich. Gemeinsam mit ihrer Jugendfreundin Lucy van Org entwarf sie diesen düsteren und doch hoffnungsvollen Film über die Schwierigkeit der Pubertät. Viele autobiografische Elemente sollen in “Lollipop Monster” eingeflossen sein. Der Film strotzt nur so vor Ideen und Eindrücken, ganz gleich einer überzeichneten Comic-Welt: Musikclips dröhnen, tiefschwarze Kohlezeichnungen flackern auf, nervige Popmusik leiert und Super-8-Aufnahmen zeigen die wenigen glücklichen Momente der beiden Teenager, die im Mittelpunkt des höchst ironischen Films stehen.

Die 15-jährige Oona, gespielt von Sarah Horváth, entstammt aus einer verbitterten Künstlerfamilie und reiht sich optimal in die Familien-Depression ein, während die gleichaltige Ari, gespielt von Jella Haase, gegen die lupenreine Plastik-Harmonie ihres Elternhauses rebelliert. Hier trifft ein düsteres Emo-Mädchen auf eine bunte und zuckersüße Lolita und trotz der offensichtlichen Unterschiede kommt es zu einer Freundschaft, die so dramatisch eben nur in der verzwickten Zeit der Pubertät möglich scheint. Ari lernt nach einigen erotischen Liaisons, dass auch Liebe und Zuneigung in den heutigen Zeiten möglich sind, Oona, dass sie ihre Verbitterung auch rauslassen kann und nicht gegen sich selbst richten sollte. Als aber die Erwachsenen das neugeborene Vertrauen der beiden Teenager missbrauchen, schlägt ihre vorherige Hilflosigkeit in unberechenbare Aggression um. Mehr als sehenswert!

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