Amazons neues Tablet in der Kritik

18/11/2011

Kindle © jirkacafa - Fotolia.com

Kindle © jirkacafa - Fotolia.com

Jeder Anfang ist schwer, gerade wenn man sich in neue Dimensionen wagt. Dass musste jetzt auch Amazon zum eigenen Leidwesen erfahren. Gerade wurde in den USA der erste Tablet “Kindle Fire” von Amazon auf dem Markt präsentiert und so richtig überzeugen kann die iPad-Konkurrenz nicht. Allein beim Preis kann der deutlich kleinere Tablet punkten: mit nur 200 Dollar kann sich das Amazon-Gerät zumindest gegen Anbieter im ähnlichen Preisbereich behaupten. Und gerade für die vergleichsweise günstige Tablet-Variante darf man nicht allzuviel erwarten.

Die ersten Tester des Kindle Fire waren sich schnelle einig: Verbesserungen sind dringend notwendig, um ein echter Verkausschlager zu werden und auch die großen Konkurrenten in ihre Schranken zu weisen. Bei der Bedienung fällt zu allererst auf, dass es einfach nicht rund läuft: Programme ruckeln, der Seitenaufbau verzögert und schnelles Wischen ist nur mit punktgenauer Steuerung möglich. Dass das auf dem kleinen Display noch schwieriger ist, liegt auf der Hand.

Das die Software nicht optimal laufen kann, ist neben dem eher geringen Arbeitsspeicher von 512 Megabyte, auch dem stark modifizierten Android-Betriebssystem geschuldet, das mit der Version 2.3 auch nicht auf dem allerneuesten Stand ist. Warum Amazon nicht gleich auf die schon vorhandenen 3.0 oder gar 4.0 System-Versionen gesetzt hat, bleibt ein Rätsel. Allein deshalb wird es passieren, dass neue Apps für die aktuellen Versionen auf dem Amazon-Tablet nicht genutzt werden können. Dadurch wird der Mangel an guten Apps für das Kindle Fire auch nicht behoben, das mit etwa 10.000 Stück nur begrenzte Möglichkeiten bietet.

Wer sich auch unterwegs nicht auf seine Lieblingsfilme und -serien verzichten möchte, wird mit dem Amazon-Tablet auch nicht wirklich glücklich. Der kleine interne 8 GB-Speicher lässt nur sehr begrenzt Platz für eine Filmsammlung. Größere Speichervarianten sind derzeit noch nicht verfügbar, wären aber mehr als sinnvoll. Ob und wann das Gerät auch in Deutschland erhältlich sein wird, ist noch unklar. Bis dahin bleibt also noch genügend Zeit, um zu verbessern und nachzurüsten.

Hinterlasse eine Nachricht